Mit zusätzlichen 296 Teilnehmer_innen an Weiterbildungen waren insgesamt zum Jahresausklang 1.784 Personen auf Jobsuche, 26 mehr im Vergleich zum Vorjahr.
Rückschau und Bilanz
Die schwache Wirtschaftsperformance führte im abgelaufenen Jahr zu steigenden Arbeitslosenzahlen, deutlich fiel der Zuwachs in den Bezirken mit hohem Anteil an Industrie bzw. exportorientierter Wirtschaft aus. Der Mix aus fehlendem Wachstum, gedämpfter Konsumbereitschaft und Unsicherheit hinterließ auch auf dem regionalen Arbeitsmarkt seine Spuren, aber vergleichsweise in geringerem Ausmaß. Dabei bekamen den stärkeren Gegenwind ab der 2. Jahreshälfte vor allem Ältere (+5% zu 2024) zu spüren und Jobsuchende mit gesundheitlichen Einschränkungen (+5,7% zu 2024).
Schaut man ausschließlich auf die Arbeitslosenzahl, dann bilanziert der Bezirk mit einem monatlich durchschnittlichen Bestand von knapp 1.194 Jobsuchenden sogar knapp unter dem Wert von 2024 (-0,2%). Auch die Anzahl der unselbstständig Beschäftigten mit Wohnsitz im Bezirk (20.456 Personen) wird sich auf dem Niveau von 2024 befinden. Die rückläufigen Beschäftigtenzahlen in den Sektoren Handel, Herstellung von Waren und Gastronomie, wurden dabei durch Zuwächse bei der Verwaltung, dem Gesundheits-und Sozialwesen und den technischen Dienstleistungen ausgeglichen. Wenn vorerst auch noch geschätzt, wird die lokale Arbeitslosenquote für das Jahr 2025 bei 5,5%, wie auch schon 2024, liegen. Im Bundesland wird mit einer Arbeitslosenquote von 6,1% gerechnet.
Arbeitsmarkt/Lehrstellenmarkt
Trotz schwieriger Wirtschaftsbedingungen wurde auch 2025 in vielen Branchen dringend nach Arbeitskräften gesucht, wie in den Jahren zuvor ging es dabei vorzugsweise um Fachkräfte. 1.437 Stellen wurden dem AMS seitens der regionalen Wirtschaft gemeldet, um 4,2% mehr als noch 2024. „Das AMS ist ein wichtiger Partner bei der Personalsuche. Um die Nachfrage der Wirtschaft rasch zu decken, haben wir im vergangenen Jahr fast 12.000 Vermittlungsvorschläge getätigt und 350 Betriebe persönlich besucht und informiert“, berichtet AMS-Geschäftsstellenleiter Peter Kirchner.
Ein Ergebnis der wirtschaftlich unsicheren Zeiten ist der deutliche Rückgang bei den Lehrstellen. Mit durchschnittlich nur 14 gemeldeten Lehrplätzen pro Monat (-37,2% zum Vorjahr), gab es für Lehrstellensuchende 2025 ein deutlich reduzierteres Angebot. Als Auffangnetz für die Jugend hat sich erneut das Modell der Überbetriebliche Lehre bewährt. Mit Jahresende waren dort 57 Ausbildungsinteressierte in Vorbereitung auf eine Lehre in einem Betrieb oder in einer Lehrwerkstätte.
Fachkräfteausbildung
Die Fachkräfteausbildung war im vergangenen Jahr ein AMS-Schwerpunkt und wird es auch 2026 bleiben. Mit durchschnittlich 309 Personen pro Monat gab es 2025 eine Steigerung von 15,3% zum Vorjahr bei den Teilnehmer_innen an Aus- und Weiterbildungen. 383 Personen nützten dabei das Angebot zu einer Fachausbildung in einem Ausbildungszentrum oder arbeitsplatznah direkt in einem Betrieb. 84 Personen entschieden sich für den Weg in die Pflege, finanziell unterstützt durch ein Pflegestipendium.
Schwerpunkte 2026
„Der demographische Wandel verschärft in den nächsten Jahren die Fachkräftethematik. Das Fortschreiten der künstlichen Intelligenz wird Hilfs- und Anlernberufe weiter vom Markt verdrängen. Mit Qualifizierung entsprechen wir der Nachfrage der Wirtschaft und verhindern mit Bildung langfristig auch Arbeitslosigkeit“, betont Kirchner.
55 Millionen Euro sind in NÖ daher auch 2026 für die Fachkräfteausbildung reserviert. Darüber hinaus wird es Angebote zur Sprachförderung geben, gezielte Maßnahmen für Jugendliche und Jobsuchende mit gesundheitlichen Problemen.
Auf bewährte Instrumente, nämlich die Frauenberufszentren und das Programm „Frauen in Handwerk und Technik“, wird ebenfalls weiter gesetzt. Ebenso gilt, dass auch 2026 mehr als 50% des gesamten Förderbudgets für Frauen vorgesehen sind.
Als Folge der schwachen Konjunkturentwicklung kam es 2025 wieder zu einem Anstieg der Langzeitarbeitslosigkeit. Auch im Bezirk ist die Gruppe der Arbeitslosen, die bereits länger als ein Jahr auf Jobsuche sind, auf monatlich durchschnittlich 153 Personen angewachsen, 2024 waren es noch durchschnittlich 137 gewesen. Das Ziel für 2026 ist jedenfalls ein weiteres Anwachsen dieser Sockelarbeitslosigkeit zu verhindern. „Wir setzen deshalb auf Vermittlung vom ersten Tag an, passende Qualifizierung, betriebliche Einstellbeihilfen und eine enge Kooperation mit der Wirtschaft“, betont Kirchner. Unterstützung könnte zudem das zarte Wirtschaftswachstum von circa 1% bringen, das Wirtschaftsforscher_innen für 2026 erwarten.
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