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Aktuelles

Kellergassen im Fokus!

Erfolgreicher Informationsabend in Haugsdorf

Auf reges Interesse stieß der Informationsabend „Kellergassen im Fokus“, der am Dienstag, dem 24. Februar 2026, in Haugsdorf stattfand. Rund 60 Interessierte folgten der Einladung und nutzten die Gelegenheit, sich umfassend über den fachgerechten Umgang mit historischen Kellern und Presshäusern zu informieren.

Organisiert wurde die Veranstaltung von der LEADER Region Weinviertel-Manhartsberg in Zusammenarbeit mit dem Kellergassenmanagement Hollabrunn. Ziel war es, Eigentümerinnen und Eigentümern sowie allen Interessierten praxisnahe Orientierung zu bieten und das Bewusstsein für den Wert der Kellergassen als regionales Kulturgut zu stärken.
Gleich zu Beginn stellte Ing. Michael Staribacher vom Kellergassenmanagement eine Frage in den Raum, die viele Anwesende unmittelbar ansprach: „Ich habe einen Keller geerbt oder gekauft – und was jetzt?“ Mit diesem gedanklichen Einstieg spannte er den Bogen von der historischen Bedeutung der Kellergassen bis zu deren Zukunftsperspektiven. Er zeigte auf, dass Keller längst nicht mehr ausschließlich weinbaulich genutzt werden müssen, sondern vielfältige Möglichkeiten bieten – etwa als Orte der Begegnung, Kultur oder regionaler Wertschöpfung. Darüber hinaus erläuterte er das Instrument der Schutzzone für Kellergassen, mit dem Gemeinden das charakteristische Erscheinungsbild rechtlich absichern können. In diesem Zusammenhang stellte er auch die Sanierungsförderung des Landes Niederösterreich vor, die ausschließlich für Keller innerhalb ausgewiesener Schutzzonen gilt und einen wichtigen Anreiz für fachgerechte Außensanierungen darstellt.
Im zweiten Teil des Abends widmete sich DI DDr. Hubert Feiglstorfer, Kellergassenbauberater des Landes Niederösterreich, den bautechnischen Grundlagen. Anschaulich und praxisnah „zerlegte“ er den Keller in seine einzelnen Bauteile und erklärte typische Schwachstellen sowie häufige Fehler bei Sanierungen. Besonders eindringlich ging er auf den sensiblen Umgang mit Feuchtigkeit ein – einem zentralen Thema im historischen Kellerbau. Er erläuterte, wie wichtig der Schutz der Presshaus-Decke vor eindringender Nässe ist, welche traditionellen Mauertechniken sich für Presshäuser bewährt haben und worauf beim Verputzen der Mauern unbedingt zu achten ist. Auch die richtige Entlüftung der Kellerröhre sei entscheidend für ein stabiles und gesundes Raumklima.
Anhand gelungener Beispiele aus seiner Beratungspraxis zeigte Feiglstorfer, wie fachgerechte Sanierungen und behutsame Revitalisierungen erfolgreich umgesetzt werden können. Gleichzeitig warnte er vor ungeeigneten Materialien und vorschnellen Lösungen, die der historischen Bausubstanz langfristig schaden können. Nachhaltigkeit bedeute hier vor allem, die bauphysikalischen Besonderheiten alter Keller zu respektieren und mit passenden, diffusionsoffenen Materialien zu arbeiten.
Im Anschluss an die offizielle Vortragsrunde folgte eine ebenso wichtige Phase des persönlichen Austauschs. Viele der rund 60 Teilnehmerinnen und Teilnehmer nutzten die Gelegenheit, ihre eigenen Projekte direkt mit den beiden Experten zu besprechen und konkrete Fragen zu Sanierung, Materialien oder Fördermöglichkeiten zu klären. Der rege Dialog zeigte deutlich, wie groß das Interesse an einer verantwortungsvollen Weiterentwicklung der Kellergassen ist.
Für das regionale und geschmackvolle leibliche Wohl sowie die besonders angenehme Atmosphäre sorgte Familie Pletzer, der wir an dieser Stelle herzlich für ihr Engagement danken.
Aufgrund des großen Interesses an diesem Thema wurde bereits ein Zusatztermin angesetzt: Am 26. Mai 2026 findet um 18.30 Uhr ein weiterer Informationsabend im Sitzungssaal der Gemeinde Wullersdorf statt. Interessierte können sich unter www.leader.co.at/event/kellergassen-im-fokus-wullersdorf einen Platz reservieren.
Der Abend in Haugsdorf machte deutlich: Die Erhaltung und behutsame Nutzung der Kellergassen ist nicht nur eine Aufgabe einzelner Eigentümer, sondern ein gemeinsames Anliegen der gesamten Region – damit dieses prägende Kulturerbe auch in Zukunft erhalten bleibt.



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Foto: LEADER Region Weinviertel-Manhartsberg