Sonderführung begeistert! Louka-Kloster in Znojmo Znojmo – Mehr als 30 Vertreterinnen und Vertreter aus Gemeinden, Kultur, Tourismus und Regionalentwicklung aus dem westlichen Weinviertel nutzten am 5. März 2026 eine besondere Gelegenheit: Im Rahmen einer deutschsprachigen Sonderführung durch das Louka-Kloster, der barocken Dominante der Stadt Znaim, erhielten sie exklusive Einblicke in sonst kaum zugängliche Bereiche des historischen Areals. |
Organisiert wurde die Veranstaltung von der LEADER Region Weinviertel-Manhartsberg in enger Zusammenarbeit mit der Znojemska Beseda, dem zentralen Kultur- und Informationszentrum der Stadt Znaim. Die Führung fand im Rahmen der Feierlichkeiten „800 Jahre Stadt Znaim“ statt, zu
denen das gesamte Jahr über zahlreiche kulturelle und edukative Veranstaltungen geplant sind.
Höhepunkt der Jubiläumsfeierlichkeiten werden die großen Stadtfeste vom 5. bis 7. Juni 2026 sein.
Am frühen Abend begrüßten Jaroslav Chaloupecky, Direktor der Znojemska Beseda, sowie Peter Steinbach, Obmann der LEADER Region Weinviertel-Manhartsberg, die Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Österreich und Tschechien und unterstrichen die Bedeutung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit in der Region.
Die fachkundige Führung übernahm anschließend Lucie Binko, Leiterin des Touristischen Informationszentrums der Stadt Znaim und ihre Kollegin Alice Kaletova. Der Rundgang begann im aktuell rekonstruierten Reitsaal, der ursprünglich als Stall und Reithalle diente. Heute wurde dieser historische Raum zu einem modernen Veranstaltungs- und Kulturzentrum umgebaut. Mit einer Kapazität von bis zu 800 Besucherinnen und Besuchern zählt der Saal nun zu den größten und akustisch bestausgestatteten Veranstaltungsräumen in Südmähren – und schließt damit eine lang bestehende Lücke im kulturellen Angebot der Stadt.
Besonders beeindruckt zeigten sich die Gäste von der gelungenen Verbindung aus historischer Substanz und moderner Nutzung. So wurden bei der Renovierung auch 170 Jahre alte Holzbalken wiederverwendet – ein Detail, das dem neuen Zentrum trotz moderner Ausstattung seinen
historischen Charakter bewahrt.
Im Anschluss führte der Rundgang durch weitere revitalisierte Bereiche des Klosters, darunter die „Alte Schule“, die im Rahmen eines grenzüberschreitenden Projekts des Programms INTERREG gemeinsam mit dem Schüttkasten Retz saniert wurde. Daniel Wöhrer, Leiter des Tourismusbüros Retz und Tourismusgemeinderat, erinnerte dabei an die erfolgreiche Umsetzung des Projekts und zeigte sich erfreut darüber, dass sich das revitalisierte Gebäude heute als lebendiger Treffpunkt für Besucherinnen und Besucher aus Znaim und der gesamten Region etabliert hat.
Weitere Stationen der Führung waren das Lapidarium, das mithilfe großformatiger Porträts bedeutende Persönlichkeiten der Geschichte des Klosters vorstellt – darunter Konrad II. Otto, der Gründer des Prämonstratenserklosters in Louka, sowie Pribyslav II. von Hoditz, der den Verwaltungssitz mit seinem markanten gotischen Turm errichten ließ. Eine eindrucksvolle Videoprojektion veranschaulichte zudem die einzelnen Bauphasen und die schrittweise Erweiterung des Klosterkomplexes im Laufe der Jahrhunderte.
Besonders eindrucksvoll war auch der Rundgang durch die Klosterkirche – von der Krypta bis hinauf zum Umgang unter dem Dach. Für einen besonderen Moment sorgte ein Teilnehmer der Führung, der spontan die Orgel spielte und damit die außergewöhnliche Akustik des Kirchenraums hörbar machte.
Neben der Architektur bot die Führung auch spannende Einblicke in die Wirtschaftsgeschichte des Klosters. So erfuhren die Gäste, dass die heute legendären Znaimer Gurken ursprünglich von den Mönchen im Kloster angebaut und verarbeitet wurden. Ebenso befand sich hier einst eine erfolgreiche Tabakfabrik, in der Tabak aus klostereigenem Anbau verarbeitet wurde.
Den Abschluss bildete ein Besuch in bislang nicht restaurierten Gebäudeteilen des Klosters, die lange Zeit vom Militär genutzt wurden. Trotz ihres derzeitigen Zustands beeindruckten diese Räume durch
ihre besondere Atmosphäre. Stimmungsvolle Beleuchtung und leise Renaissance-Musik unterstrichen das einzigartige Genius loci dieses historischen Ortes und machten den Besuch zu einem eindrucksvollen Erlebnis.
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