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Aktuelles

Verein Retz 2021 lud zum Infoabend!

Retzer Rathaus

Vor Kurzem luden die Vereinsverantwortlichen zum Infoabend, um der Bevölkerung über den aktuellen Stand für die Bewerbung der NÖ Landesausstellung 2021 sowie die weiteren Schritte zu berichten.

Obmann Bgm. Helmut Koch konnte eine hochkarätig besetzte Delegation aus Znojmo – allen voran Vizebgm. Ludvík Hekrle – ebenso begrüßen wie den künstlerischen Leiter der letzten NÖ Landesausstellung in Pöggstall, Kurt Farasin, und den Hollabrunner Bezirkshauptmann Mag. Andreas Strobl, der auch durch den Abend führte. Die Referenten informierten die rund einhundert Interessierten, darunter das älteste Vereinsmitglied, den 105jährigen Retzer Otto Filipsky, mittels Power Point-Präsentationen und in Interviewform über den Stand der Vorbereitungen.

Bgm. Helmut Koch berichtete auch über die ersten Überlegungen für eine gemeinsame Kooperation Retz – Znojmo im Jahr 2013 und die Aktivitäten des 2016 gegründeten Vereines bis heute.

Kurt Farasin sprach über die Ergebnisse und Erfahrungen der NÖ Landesausstellung 2017 in Pöggstall. 228.501 Besucher waren gekommen, um das Schloss Pöggstall, den zentralen Ausstellungsort, sowie die gesamte Ausstellungsregion zu besuchen. Das Südliche Waldviertel wurde damit nachhaltig gestärkt und hat rund 35 Millionen Euro an zusätzlicher regionaler Wertschöpfung ausgelöst.

DI Hannes Weitschacher sprach über das „Konzept der regionalen Vorbereitung“, über die Stärken und Potentiale der beiden Regionen, die Ziele und die gemeinsamen bzw. grenzüberschreitenden Themen, nämlich Kultur/Begegnung, Kulinarik/Tourismus und Bildung. Nicht zuletzt durch die gemeinsame Geschichte und die bereits in den vergangenen Jahren gesetzten Bemühungen gibt es hier eine Fülle von Bereichen, die für die Landesausstellung aufbereitet werden können. Weitschacher: „Große Themen sind sicherlich das grenznahe Kulturerbe und der grenzüberschreitende Kulturaustausch, die Intensivierung der Zusammenarbeit im Tourismus, die Entwicklung zu einer Vorzeigeregion im Bereich Genuss und Slow Food und die Entwicklung der Musikschule zur Kunstschule Retz in Kooperationen mit Znojmo!“ Und weiter: „Die ursprüngliche Idee für den Titel der Landesausstellung, Retz Znojmo 2021 bzw. Niederösterreich und Südmähren - alte Verbindungen neu beleben gefällt sowohl dem Land Niederösterreich als auch der Bevölkerung am besten.

Der Znaimer Vizebgm. Ludvík Hekrle informierte über die geplanten drei Ausstellungsorte, nämlich das Areal der Bierbrauerei und der Znaimer Burg sowie das Kloster Louka. Der Umbau des sich hier befindlichen ehemaligen Schulgebäudes wird mit 100 Mio Kronen vorfinanziert. Es handelt sich dabei um ein gemeinsames Projekt Retz – Znojmo, im Zuge dessen auch Teile des Ausstellungsortes Schüttkasten in Retz restauriert werden sollen.

Im Anschluss berichtete der Retzer Stadtamtsdirektor Andreas Sedlmayer über den „Status quo“ der Umbaupläne des Schüttkastens. Hier stehen 300 m2 Ausstellungsfläche zur Verfügung und zusätzlich 3.000 m2 Außenfläche.

Neben dem Schüttkasten (für Kunstschule und Festival), der Weinbauschule (für Unterkünfte und als Ausbildungszentrum) und dem Winzerhaus am Altenberg (als Präsentationsbühne) soll auch ein Gebäude am Retzer Hauptplatz (als Genusswerkstatt) für die Landesausstellung genutzt werden.

Über den weiteren geplanten Ausstellungsort Mehrzwecksaal (künftiger Turnsaal) berichtete Vizebgm. Alois Binder.

Die Bürgermeister der Retzer Land-Gemeinden und der Nationalpark-Gemeinde Hardegg informierten über ihre geplanten Maßnahmen. Für den Hardegger Bürgermeister liegt der Fokus naturgemäß auf dem Nationalpark Thayatal-Podyjí sowie die Errichtung zweier neuer Brücken über die Thaya. Für Pulkau sind es kulturelle Schwerpunkte, die Michaelskirche, die Wiederbelebung des Gasthauses Pulkautalerhof und die verstärkte Zusammenführung der Wein- und Waldviertler sowie Mährischen Jugend; Zellerndorf setzt in Kooperation mit Tschechien auf den Ausbau der Schulen zu einem Bildungscampus und auf die Kellergassen; Schrattenthal auf die Sanierung der Europawarte und die Einbindung der Winzer und für Retzbach sind wesentlich neben dem Hl. Stein und den Angergärten auch das „Haus des Friedens“ im ehemaligen Zollhaus mit einer Dokumentation über die Geschichte der Grenze.

Quintessence des Abends: Alle erhoffen sich im Vorfeld für die Vorbereitung der Landesausstellung auch einen Motivationsschub. Sowohl die Verantwortlichen als auch die Anwesenden sehen in der Austragung einer grenzüberschreitenden Landesausstellung Retz – Znojmo gute Chancen für den Zuschlag. Wichtig ist die gemeinsame Vorbereitung der grenzüberschreitenden Landesausstellung, also der beiden Städte Retz und Znojmo, um erfolgreich zu sein. Eine Delegation aus beiden Ländern hat ja bereits dem Leiter der Kulturabteilung des Landes Niederösterreich, HR Mag. Hermann Dikowitsch, ein detailliert formuliertes Konzept mit Plänen und Fotos der angedachten Ausstellungsareale in Retz und Znojmo präsentiert. Dikowitsch hat neben einer visualisierten Karte der zukünftigen Ausstellungsorte auch eingefordert, das Thema/den Titel Niederösterreich und Südmähren – alte Verbindungen neu beleben gemeinsam zu schärfen und Kostenaufstellungen und Finanzierungsvorschläge vorzulegen.

Gelebt wurde auch an diesem Abend das Gemeinsame. Zu den Klängen des Blechbläser Ensembles „Retz – Znojmo“ mit Vertretern des Musikschulverbandes Retzer Land und der Kunstschule Znojmo gab es im Anschluss an die Präsentation Wein aus Retz und Bier aus Znojmo.

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Foto: Verein Retz 2021/Christine Raab