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Aktuelles

Positive Arbeitsmarktbilanz 2017!

AMS Hollabrunn

Im Jahresdurchschnitt 2017 gab es im Bezirk Hollabrunn 18.078 unselbstständig Erwerbstätige, um 163 oder 0,9% mehr als im Jahr davor (NÖ +1,7%). Während des Jahres mussten sich 7,2% aller Beschäftigten nach einem neuen Job umschauen. Die Arbeitslosenquote lag damit im Bezirk um 0,2%-Punkte unter dem Wert des Vorjahres.

Anfangs zögerlich, hat sich das Wirtschaftswachstum gegen Jahresende auch im Bezirk Hollabrunn verfestigt. Ab der zweiten Jahreshälfte steigen die Beschäftigten- und sinken die Arbeitslosenzahlen, so die erfreuliche AMS-Bilanz. Steigende Arbeitskräftenachfrage führte zu mehr Arbeitsaufnahmen aus der Arbeitslosigkeit und zu einem Plus bei den Stellenbesetzungen. „Die Trendwende ist erfolgt, aber noch nicht bei allen Jobsuchenden angekommen“, zieht AMS-Geschäftsstellenleiter Josef Mukstadt Bilanz über das abgelaufene Arbeitsmarktjahr 2017. Trotz der erfreulichen Entwicklung gibt es weiterhin strukturelle Probleme: Angehörige der Generation 50+ oder Arbeitsuchende mit gesundheitlichen Einschränkungen laufen auch in Zukunft Gefahr, langzeitarbeitslos zu werden. Etwa jede/r fünfte Jobsuchende wird bereits ein Jahr und länger vom AMS in Hollabrunn betreut. „Ohne unsere Unterstützung finden diese Menschen kaum Anschluss an das Erwerbsleben“, erklärt Mukstadt.

Dynamische Beschäftigungsentwicklung
Das Wirtschaftswachstum war 2017 mit rund 3,0% mehr als doppelt so hoch, als zum Jahresanfang von WIFO, IHS und Nationalbank prognostiziert. Vom Beschäftigungsplus im Bezirk konnten Frauen (+1,4%) deutlich stärker profitieren als Männer (+0,5%). Das Mehr an Arbeitsplätzen verteilte sich je zur Hälfte auf inländische und ausländische Arbeitskräfte. Die gestiegene Kaufkraft wirkte sich besonders im Handel, Dienstleistungssektor und bei Aufträgen an Gewerbebetriebe positiv aus. 1.283 Personalanforderungen wurden im vergangenen Jahr an das Arbeitsmarktservice gerichtet. Das ist fast ein Drittel mehr als in den Jahren davor. 80% des Arbeitskräftebedarfes konnte innerhalb eines Monats mit passenden Jobsuchenden besetzt werden. „Wir haben die Dynamik des Aufschwungs genutzt und uns intensiv ins Arbeitsmarktgeschehen eingebracht“, so AMS-Chef Mukstadt. In manchen Bereichen machte sich bereits das Fehlen geeigneter Arbeitskräfte bemerkbar. „Dort wo bestimmte Qualifikationen gefragt sind oder Arbeitszeiten eine größere Flexibilität erfordern, wird es zusehends schwieriger, den hohen Level unserer Vermittlungserfolge zu halten“, weiß Mukstadt.

Ältere am Arbeitsmarkt exponiert
Die Erwerbsgeneration 50+ ist unverändert einem großen Verdrängungswettbewerb ausgesetzt. Jeder dritte Arbeitslose ist dieser Altersgruppe zuzuordnen, jeder zweite davon bereits länger als ein Jahr auf Jobsuche. Gesundheitliche Handicaps gehen dabei sehr oft Hand in Hand mit Qualifikations- und Mobilitätsdefiziten. „Gerade beim Update von Berufskenntnissen wollen wir ansetzen und Arbeitsuchende durch arbeitsplatzorientierte Qualifizierungen wieder in Beschäftigung bringen“, beschreibt Josef Mukstadt einen zentralen Ansatzpunkt. 2017 konnten 455 Menschen im Alter über 50 wieder in Beschäftigung gebracht werden. Das waren um 13% mehr als im Jahr davor. Allerdings mutet es fast an wie ein Kampf gegen Windmühlen, weil noch mehr aus dieser Altersgruppe arbeitslos wurden. Nach der Sistierung der Aktion 20.000 kommt der Beschäftigungsinitiative 2018 größere Bedeutung zu. Bei Neueinstellung von älteren Langzeitarbeitslosen wird dabei ein Teil der Lohnkosten für bis zu fünf Monate refundiert. „Mit einem soliden Wirtschaftswachstum im Rücken gilt es in diesem Jahr weiter konsequent an den strukturell bedingten Problemen am Arbeitsmarkt zu arbeiten“, so Mukstadt.

Konjunkturellen Rückenwind nutzen
Die Verhinderung von dauerhafter Ausgrenzung aus dem Arbeitsmarkt mit dem besonderen Fokus auf die ältere Erwerbsgeneration sowie die Förderung der Reintegration von Frauen und jungen Menschen sind zentrale arbeitsmarktpolitische Schwerpunkte des Arbeitsmarktservice im laufenden Jahr. „Als Dienstleister für Unternehmen wollen wir die Durchlaufzeit bei der Personalsuche so kurz wie möglich halten und uns an weiteren Zielen messen. Dazu zählen die Qualifizierung von Jobsuchenden, nachhaltige Vermittlung von Älteren oder Langzeitarbeitslosen, Verhinderung von Jugendarbeitslosigkeit, das Förderbudget für Frauen, ein breites Informationsangebot über die Berufs- und Arbeitswelt sowie die Zufriedenheit von Unternehmen und Arbeitsuchenden mit dem AMS. Vor allem aber wollen wir unseren Einschaltgrad am Stellenmarkt halten bzw. ausbauen“, so Geschäftsstellenleiter Josef Mukstadt mit Blick auf das Jahr 2018.