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Aktuelles

Köllamauna und Grean als UNESCO-Kulturerbe!

Zwei Anträge für Immaterielles Kulturerbe

Mit gleich zwei Anträgen möchte der Verein der KellergassenführerInnen im Weinviertel in die UNESCO-Liste des Immateriellen Kulturerbes. Bei einem Workshop in Herrnbaumgarten wurden die zwei Themen gefunden, mit denen man demnächst einreichen möchte. Die Weinviertler Kellergassenkultur subsummiert sich in der Person der "Köllamaunna" (heute auch oft "Köllafrauen"), die sich um die Pflege der Weinkultur und der Kellergassen bemühen. Zusätzlich soll die "Grean" am Ostermontag, in der ursprünglichen Form als Immaterielles Kulturerbe anerkannt werden.

Auf Einladung von AGRAR PLUS und dem Verein der KellergassenführerInnen referierte Prof. Mag. Maria Walcher, Expertin für das Immaterielle Kulturerbe, über die Möglichkeiten, es auf diese Liste zu schaffen. In drei intensiven Arbeitsgruppen einigte man sich schließlich auf die zwei großen Themenbereiche "Köllamaunna" und auf die "Grean am Ostermontag". Das Wesen des "Köllamaunns" definiert sich am besten über die Zeit, die Geduld und die Gelassenheit, die er oder sie dem Wein und der Kellergasse widmet. Seit jeher sah der Köllamaunn seine Aufgabe darin, sich um den Wein im Keller zu kümmern, entweder alleine oder in geselliger Runde bei seinen "Köllastunden". Kommunikation heißt es heute, früher wurden gesellschaftliche und wirtschaftliche Angelegenheiten diskutiert. Und schließlich heißt es auch heute noch oft "Trinkst amoi?". Was gleichzeitig Aufforderung und Frage darstellt. Dabei kommen nicht nur Freunde und Bekannte in den Genuss einer Kostprobe, sondern oft auch unbekannte Gäste, die sich in den Kellergassen aufhalten.

Die "Grean am Ostermontag" war einstmals eine familiäre, innerbetriebliche Angelegenheit. Es wurden nur Familienmitglieder, Verwandte oder die Helfer des Weinbauern eingeladen, um gemeinsam im Presshaus oder in der Kellergasse zu speisen, zu trinken und zusammenzusitzen. Die heutige touristische Variante ist damit nicht gemeint. Die Original - Grean hat keinen kommerziellen Hintergrund, es ging um ein Danke für bisherige Hilfe und um ein Bitte für künftige Aufgaben. In wenigen Orten, vor allem im Pulkautal, gibt es diesen Brauch noch. Dies zu dokumentieren, mit Quellen anzugeben und die Spuren dieses Brauches zu ergründen, das hat man sich mit dieser Einreichung vorgenommen. Damit reiht man sich in die Liste anderer Immaterieller Kulturerbe-Traditionen, wie beispielsweise die "Wiener Kaffeehauskultur" oder den "Perchtoldsdorfer Hütereinzug".

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Im Bild: Der Verein der Kellergassenführerinnen im Weinviertel möchte mit den "Köllamaunnan" und der "Grean" in die UNESCO-Liste des Immateriellen Kulturerbes. v.l.n.r. Joachim Maly, Hannes Weitschacher, Maria Walcher, Bgm. Christian Frank, Michael Staribacher, Friedl Umschaid, Manfred Breindl Foto: AGRAR PLUS