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Aktuelles

Unwetter in Gaindorf!

24. 5. 2018

Eine Unwetterfront führte am Nachmittag des 24. 5. 2018 zu zahlreichen Feuerwehreinsätzen - so auch in der Gemeinde Ravelsbach.

Kurz nach 16 Uhr forderte die Feuerwehr Ravelsbach die FF Gaindorf zur Unterstützung in die Kremser Straße an. Während der Anfahrt gingen jedoch auch schon aus Gaindorf zahlreiche Hilferufe im Feuerwehrhaus und über die Landeswarnzentrale ein. Einsatzleiter Anton Koller beorderte daraufhin die eigenen Kräfte wieder zurück und die Abarbeitung der ersten Einsatzstellen begann.

Zur Unterstützung wurden die von einem Einsatz zurückkommende FF Maissau und die FF Minichhofen nachalarmiert. Während der Auspump- und Aufräumarbeiten spitzte sich die Lage bei einem Wohnhaus gefährlich zu. Schlammmassen drückten in Hanglage gegen die Rückseite des Hauses. Der zähflüssige Schlamm konnte durch die Hausabflussrohre nicht mehr abfließen, türmte sich auf und es drohte die Zerstörung von erst kürzlich abgeschlossenen Umbauarbeiten am Haus. Mit dem Stromaggregat der kurz zuvor eingetroffenen FF Maissau, die bereits zur Aufräumarbeiten an der L48 im Ortsgebiet eingeteilt war, bereitgestellten Pumpen des Wasserbaus und der zeitgleich eintreffenden FF Ravelsbach konnte mit einem Großaufgebot an Einsatzkräften der Eintritt in die Wohnbereiche verhindert werden.

Der Keller eines weiteren Wohnhauses wurde ebenso schwer getroffen, hier lag der Schwerpunkt auf dem Schutz der Heizungsanlage und des Pelletslagers. Weitere Auspumparbeiten fanden in einem Pferdestall, in Innenhöfen und Wirtschaftskellern statt. Auch in der Kläranlage wurde gemeinsam mit dem Klärwart die Lage beobachtet. Die Einsatzkräfte räumten auch zahlreiche Kanalgitter und Abflüsse frei, um für weitere Regenfälle gerüstet zu sein. Die FF Ziersdorf war abschließend auch noch mit dem Tanklöschfahrzeug und der darauf montierten Straßenwaschanlage vor Ort, um gröbere Verschmutzungen von den Hauptstraßenzügen zu entfernen.



Während der Aufräumarbeiten war die L48 im Ortszentrum nicht passierbar. Leider stieß diese Maßnahme, die zur Sicherheit der Einsatzkräfte und der Helferinnen und Helfer aus der Bevölkerung notwendig war, in einigen Fällen auf wenig Verständnis. Sie diente aber auch zum Schutz der Verkehrsteilnehmer selbst, da der Straßenabschnitt mit PKWs kaum passierbar war und auch von den Einsatzkräften nur in äußerst dringenden Fällen befahren wurde.



In Gaindorf standen an diesem Abend 5 Feuerwehren mit 11 Fahrzeugen und 70 Mitgliedern im Einsatz. Vor Ort waren weiters drei Traktoren, ein Bagger, ein Multicar und ein Quad, Equipment des Wasserbaus und zahlreiche private Gerätschaften. Der Einsatz wurde kurz nach Mitternacht unterbrochen.



Am 25.05.2018 gegen 12:30 Uhr fand die Fortsetzung der Aufräumarbeiten statt. Zuvor hatte die FF Gaindorf noch die schwere Aufgabe, ein Mitglied der Reserve zu Grabe zu tragen. Bis in die Abendstunden entfernten die Feuerwehrmitglieder weitere Schlammmassen und Geröll von Straßen und Zufahrten und führten Sicherungsarbeiten durch.



An beiden Tagen bearbeiteten die Hilfskräfte 21 Einsatzstellen alleine in Gaindorf mit einem Gesamtarbeitsaufwand von rund 620 Personenstunden.

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