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Aktuelles

Mehr als 20.000 Beschäftigte im Bezirk!

Bilanz und Ausblick

„Es war ein sehr gutes Jahr am Arbeitsmarkt“, zieht Hollabrunn´s AMS-Geschäftsstellenleiter Josef Mukstadt eine erste Bilanz über das Jahr 2018. Die Zahl der Beschäftigten im Bezirk wird voraussichtlich auf 20.029 unselbständig Erwerbstätige steigen. Erstmals seit zehn Jahren wird damit die magische Grenze von 20.000 überschritten.

Im Arbeitsmarktservice (AMS) rechnet man im Jahresdurchschnitt mit 1.406 Arbeitslosen, um knapp neun Prozent weniger als 2017. Damit errechnet sich die Arbeitslosenquote für den Bezirk mit 6,5%. Die NÖ-Arbeitslosenquote wird vergleichsweise bei 7,8% liegen. Der Konjunkturaufschwung verbesserte die Jobchancen für alle Arbeitsuchenden. Für Männer deutlich mehr als für Frauen und für Jugendliche wesentlich früher als für die ältere Erwerbsgeneration. 1.200 Personalanforderungen wurden im Lauf des Jahres von der regionalen Wirtschaft an das Arbeitsmarktservice herangetragen. Rund 70% aller vakanten Stellen konnten innerhalb von 30 Tagen besetzt werden. In manchen Bereichen machte sich bereits das Fehlen geeigneter Arbeitskräfte bemerkbar. „Dort wo bestimmte Qualifikationen gefragt sind oder Arbeitszeiten eine größere Flexibilität erfordern, wird es zusehends schwieriger, diesen hohen Level der Vermittlungserfolge zu halten“, sieht Arbeitsmarktexperte Mukstadt darin eine besondere Herausforderung.

Ältere am Arbeitsmarkt exponiert
Die Erwerbsgeneration 50+ ist unverändert einem großen Verdrängungswettbewerb ausgesetzt. Jeder dritte Arbeitslose ist dieser Altersgruppe zuzuordnen, jeder zweite davon bereits länger als ein Jahr auf Jobsuche. Das Jahr 2018 brachte spürbare Erfolge in der Vermeidung von dauerhafter Ausgrenzung aus dem Arbeitsmarkt. „Es konnten 88 Langzeitarbeitslose auf einen Arbeitsplatz vermittelt und damit vielen Menschen eine neue Lebensperspektive gegeben werden“, freut man sich im AMS. Gesundheitliche Einschränkungen bei mehr als einem Viertel aller Arbeitsuchenden und fehlende Berufsausbildung bei fast der Hälfte aller Betroffenen sind die größten Handicaps bei der Jobsuche. Der Ausbildungsmotor des AMS wird deshalb trotz budgetärer Anpassungen auch 2019 weiter auf Hochtouren laufen. Dazu wird es auch arbeitsplatzbezogene Schulungsangebote geben. Dies geschieht für alle Altersgruppen, damit qualifizierte Arbeitskräfte für die Wirtschaft verfügbar sind und die Erfolgsgeschichte einer geringen Jugendarbeitslosigkeit fortgeschrieben werden kann. Dazu gehört eine Lehrlingsoffensive, für die landesweit 46 Millionen Euro zur Verfügung stehen.

Konjunkturellen Rückenwind weiter nutzen
Für 2019 wird trotz geringerem Wirtschaftswachstum mit einer Fortsetzung des Rückganges der Arbeitslosigkeit gerechnet. Dazu werden ein weiterer Beschäftigungsanstieg und die Entwicklung des Arbeitskräftepotenzials beitragen. Die Arbeitsmigration wird aufgrund zunehmend attraktiver werdender Arbeitsmöglichkeiten in den Heimatländern tendenziell abnehmen. Aktuell kommen ein Prozent aller im Bezirk Beschäftigten aus Tschechien, 0,8% aus Deutschland, 0,7% aus Polen und 0,3% aus Ungarn. Die steigende Erwerbsbeteiligung von Frauen und längere Berufskarrieren infolge des gesetzlich steigenden Pensionsantrittsalters sind absehbare Entwicklungen. „Wir gehen davon aus, dass die Beschäftigungseffekte auch im kommenden Jahr für eine kleine Reduzierung der Arbeitslosigkeit ausreichen werden“, rechnet AMS-Chef Mukstadt für 2019 mit einer Arbeitslosenquote von 6,3%. Die rasche Vermittlung von Arbeitskräften für Unternehmen und das weitere Zurückdrängen von Langzeitarbeitslosigkeit werden AMS-Schwerpunkte bleiben.