HL1-Faktencheck:

Wie sich Verlierer ihre
Ergebnisse schönreden!

Man kennt ja die Situation: Wahlabend im Fernsehen, man wartet auf zerknirschte VerliererInnen, die einsehen, dass sie etwas falsch gemacht haben....nichts, da! Die Niederlage ist gar keine Niederlage und außerdem sind alle anderen schuld.

Hollabrunner Politiker haben offensichtlich von ihren Vorbildern Rendi-Wagner, Drozda und Vilimsky gelernt.
Kostprobe gefällig?

FPÖ - bestes Ergebnis aller Zeiten?
Der Hollabrunner FPÖ-Stadtparteichef posaunte stolz:
"In absoluten Zahlen ist das Ergebnis in der Stadt das beste aller Zeiten"

(NÖN Nr. 22/2019, S. 6)

Stimmt halt leider wie so oft nicht! 1999 hatte die FPÖ bei der EU-Wahl 998 Stimmen und somit mehr als diesmal. Dass sie bei anderen Wahlgängen (Nationalratswahl, etc.) noch wesentlich mehr hatte, wird auch unter den Tisch fallen gelassen. Von ihren Stimmen bei der Nationalratswahl 2017 hat die FPÖ Hollabrunn fast die Hälfte(!) verloren.

Hier der Vergleich zwischen Nationalratswahl 2017 und EU-Wahl 2019:

FP

 

SPÖ: Der Vergleich macht´s!
"Natürlich schmerzen uns die Verluste", kommentierte der Mailberger Herbert Goldinger (SPÖ) das Wahlergebnis.
(ebenfalls NÖN Nr.22/2019, S. 6)
Man dürfe jedoch nicht übersehen, dass die SPÖ bei der EU-Wahl 2014 hier überdurchschnittlich gut abgeschnitten. Nun sei man wieder bei ähnlichen Werten wie 2009 angelangt.

Und was war 2009? Goldinger hat vergessen zu erwähnen, dass 2009 die SPÖ in Mailberg das schlechteste Ergebnis aller Zeiten eingefahren hat! Und dort ist man wieder angelangt? Ein schwacher Trost.

Warum geht Goldinger nicht noch einen Schritt weiter und vergleicht mit 2004?

Deshalb:

Mailberg

Pikantes Detail am Rande...
Besonders amüsant waren am Wahlabend die SPÖ-Herren Schieder und Drozda. Nach der ersten Trendprognose, bei der sich Verluste für die SPÖ abzeichneten, meinten beiden, sie würden noch auf die großen Städte warten, da könne sich noch einiges ändern...

Und das, obwohl gefühlte 20mal auf allen Sendern erklärt worden war, dass die Trendprognose aus Interviews berechnet würden.
Es handelte sich nicht um die ersten Ergebnisse (aus kleinen Gemeinden)!
Dass diese Interviews und damit die Trendprognose die großen Städte bereits enthielten, war wohl jedem klar. Außer ...
Die zwei warten wohl heute noch auf die großen Städte.