Helmut Leierer feiert 95er! Architekt und Bewahrer: Er prägt seit Jahrzehnten die Kellergassenkultur Im Rahmen der jüngsten Versammlung der Raschalaer Köllamauna wurde ihrem Ehrenpräsidenten, Architekt Helmut Leierer, zu seinem 95. Geburtstag mit großer Herzlichkeit gratuliert. Der Jubilar zählt zu den prägendsten Persönlichkeiten, wenn es um die Bewahrung der Kellergassenkultur im Weinviertel und weit darüber hinaus geht. |
Ein Leben für die Kellergassen
Helmut Leierer gilt seit Jahrzehnten als einer der profundesten Kenner der Kellergassenarchitektur in Niederösterreich. Mit seinem Fachwissen, seiner Beharrlichkeit und seinem unermüdlichen Engagement hat er wesentlich dazu beigetragen, dass die Kellergassen – ein einzigartiges kulturhistorisches Erbe – erhalten, gepflegt und in ihrer ursprünglichen Form weitergegeben werden.
Sein Wirken reichte dabei weit über Raschala hinaus:
- Er war landesweit als Experte für die Erhaltung und Revitalisierung von Kellergassen tätig.
- Er beriet Gemeinden, Vereine und Winzer in Fragen der traditionellen Bauweise.
- Er setzte sich konsequent dafür ein, dass historische Strukturen nicht modernen Trends geopfert werden.
Besonders die Raschalaer Kellergasse verdankt ihm ihren heutigen Charakter. Bei sämtlichen Bau- und Sanierungsmaßnahmen pochte er auf die Einhaltung traditioneller Techniken und Materialien – ein Einsatz, der dem Ort ein unverwechselbares Erscheinungsbild bewahrt hat. Seine fachlichen Inputs, aber auch seine humorvollen Karikaturen, sind im Verein bis heute hochgeschätzt.
Autor eines Standardwerks
Leierer ist Herausgeber eines vielbeachteten Buches über die Architektur und Erhaltung der Kellergassen. Dieses Werk gilt als Standardliteratur für Kellerbesitzer, Kulturvereine und Denkmalpfleger. Es dokumentiert nicht nur historische Bauformen, sondern vermittelt auch praxisnahe Empfehlungen für die fachgerechte Sanierung – ein Beitrag, der maßgeblich zur Professionalisierung der Kellergassenpflege beigetragen hat.
Der Pinkelstein – eine Legende wird 50
Eine besondere Anekdote verbindet Leierer mit dem Pinkelstein, einer humorvollen Raschalaer Dorflegende, die heuer ihr 50-jähriges Jubiläum feiert. Leierer war federführend an der Entstehung dieser Figur beteiligt, die längst zum lokalen Kulturgut geworden ist und Besucher wie Einheimische gleichermaßen amüsiert.
Damit treffen heuer zwei Jubiläen aufeinander: 95 Jahre Helmut Leierer – 50 Jahre Pinkelstein. Zwei Originale, die unterschiedlicher nicht sein könnten und doch untrennbar miteinander verbunden sind: der Architekt, der Schöpfer einer Legende und der unermüdliche Hüter der Kellergasse.
Würdigung durch die Köllamauna
Die Raschalaer Köllamauna ließen ihren Ehrenpräsidenten hochleben und würdigten seine jahrzehntelangen Verdienste. Sein Engagement hat nicht nur das Ortsbild geprägt, sondern auch das Bewusstsein für die Bedeutung der Kellergassen als kulturelles Erbe gestärkt – ein Erbe, das heute als identitätsstiftend für das gesamte Weinviertel gilt.
Werner Daim, 2. Ehrenpräsident der Raschalaer Köllamauna
„Helmut Leierer hat uns gezeigt, dass eine Kellergasse mehr ist als eine Ansammlung alter Keller – sie ist ein Stück Identität. Als ich seine Agenden übernehmen durfte, war mir klar, dass ich seinen Weg weitergehen muss: mit Respekt vor der Tradition, mit Liebe zum Detail und mit dem Bewusstsein, dass wir dieses Kulturerbe nur gemeinsam erhalten können.“
„Viele der Entscheidungen, die wir heute treffen, tragen noch immer seine Handschrift. Helmut hat uns gelehrt, genau hinzuschauen, nichts achtlos zu verändern und immer das Ganze im Blick zu behalten. Dafür sind wir ihm unendlich dankbar.“
Mag. Franz Stockinger, Präsident der Raschalaer Köllamauna
„Die Raschalaer Kellergasse lebt von ihren Geschichten, ihren Legenden und den Menschen, die sie über Generationen geprägt haben. Helmut Leierer gehört zweifellos zu jenen Persönlichkeiten, die dieses Erbe bewahrt und weiterentwickelt haben.“
„Tradition ist für uns keine nostalgische Erinnerung, sondern eine tragende Säule. Unsere Aufgabe ist es, Veranstaltungen, Bräuche und die Besonderheiten der Kellergasse zu pflegen und gleichzeitig für kommende Generationen lebendig zu halten. Helmut Leierer hat uns dafür ein Fundament gelegt, das stabiler nicht sein könnte.“
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