Agrarier aus drei Bezirken tagten in Pulkau! AMA–Erntegespräch für die Bezirke Hollabrunn, Tulln und Korneuburg Zum traditionellen Erntegespräch lädt die Agrarmarkt Austria derzeit alle Kammerbezirke im Osten Österreichs ein, um über die - heuer bereits abgeschlossene - Getreideernte, aber auch die agrarfachlichen Themen rund um den Getreidebau bis hin zu den Vermarktungsaussichten Bilanz zu ziehen. Am Mittwoch, den 29. Juli 2026 waren die Kammerbezirke Hollabrunn, Tulln und Korneuburg an der Reihe, die im Lokal „Weinterrasse“ der Familie von LKR a.D. Ernst KELLNER in Pulkau (Bezirk Hollabrunn) zusammenkamen. |
Fachbeirat Kammervizepräsident Ing. Lorenz MAYR und Abteilungsvorstand Michael MEIXNER, sowie deren Mitarbeiter Patrick HERZ erläuterten die Gesamtsituation zu Beginn der Veranstaltung und zogen abschließend auch Bilanz.
Für den Bezirk Hollabrunn präsentierten Bauernkammerobmann Bgm. ÖkR Friedrich SCHECHTNER und Pflanzenbauberater Ing. Hermann DOMMAIER-BACHL die Anbauflächenstatistik und maßgebliche Hintergründe für deren Entwicklung. Berichtet wurde, dass es heuer bei den Getreideflächen im Vergleich zum Vorjahr nur zu geringfügigen Änderungen gekommen ist. Die Zuckerrübenfläche ging nach einem starken Rückgang 2025 heuer weiter auf einen „historischen“ Tiefststand zurück. Ausschlaggebend dafür sind vor allem widrige Produktionsbedingungen - insbesondere Schäden durch den Rübenrüsselkäfer und der schlechte Rüben- bzw. Zuckerpreis. Zu einer deutlichen Reduktion ist es auch bei der Erdäpfelfläche gekommen. Deutlich angestiegen sind hingegen die Flächen von Ölsonnenblumen und Ölkürbis, wo neue Höchstwerte zu verzeichnen sind.
Ein ähnliches Bild wurde auch von den Vertretern der anderen Bezirke skizziert.
Alle Beiträge waren aber geprägt von der Trockenheit im heurigen Jahr. Die fehlenden Niederschläge gepaart mit einer Hitzeperiode in der ersten Junihälfte führten zu einer sehr schnellen Abreife und zu deutlichen Mindererträgen bei allen Getreidearten. Agrarspartenleiter Robert Dick vom Raiffeisen-Lagerhaus Hollabrunn-Horn berichtete von einem Weizen-Durchschnittsertrag im Bezirk von rund 4.500 kg pro ha, was eine der schlechtesten Weizenernten in den vergangenen 25 Jahren bedeutet. Berichtet wurde auch aus einigen Gebieten, dass die Getreideernte noch nie so früh abgeschlossen war. Als durchwegs hervorragend sind jedoch die Qualitäten einzustufen.
Eine noch dramatischere Situation zeichnet sich bei den Herbstkulturen ab. Da sind bei einigen Flächen, wie zB Ölkürbis, Mais und Zuckerrübe Totalausfälle vorprogrammiert.
Zu den schlechten Erträgen kommt auch ein wenig erfreuliches Marktumfeld. Die Getreidevermarkter der RWA umrissen den derzeit schwierigen Getreidemarkt und die Gründe für das relativ niedrige Preisniveau.
In der anschließenden Diskussion berichtete der Landesleiter der Österreichischen Hagelversicherung Ing. Josef KALTENBÖCK von einer sehr hohen Zahl an Schadensmeldungen, wobei Dürreschäden dominierten und Hagel nur sehr untergeordnet auftrat. In einigen Regionen fiel bis dato nur die Hälfte des durchschnittlichen Niederschlags. Der Versicherungsschutz ist demnach von großer Bedeutung.
Als Fazit ist festzuhalten, dass viele Betriebe im heurigen Jahr vor allem aufgrund der Trockenheit bei Getreide keine positiven Deckungsbeiträge erwirtschaften werden. Zu hoffen ist, dass sich das Erzeugerpreisniveau – auch angesichts der herrschenden Dürre in großen Teilen Europas – verbessert.
An der Veranstaltung nahmen auch einige Landeskammerräte und der Landtagsabgeordnete aus dem Bezirk Hollabrunn und Landwirtschaftssprecher im Landtag Bgm. ÖkR Richard HOGL teil.
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Im Bild – die Hollabrunner Vertreter mit Organisatoren und Ehrengästen - v.l.n.r.: Patrick Herz, Robert Dick, Michael Meixner, Josef Kaltenböck, Liane Bauer, Friedrich Schechtner, Christian Gaggl, Lorenz Mayr, Rudolf Grubauer, Marlene Tasse, Franz Satzinger, Florian Schuster, Gerald Patschka, Manfred Weinhappl, Manfred Waltner, Hermann Dommaier-Bachl, Richard Hogl, Paul Riedl
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